
Ratgeber Aquarell
Aquarellfarben kaufen: vom ersten Kasten bis zu Schmincke Horadam
White Nights, Schmincke Akademie oder Horadam, Näpfchen oder Tuben? Welche Aquarellfarben sich für den Anfang lohnen und wann der Schritt zur Künstlerfarbe Sinn macht.
Kurz gesagt
Für den Einstieg ins Aquarellmalen reicht ein Kasten mit 12 Farben: Der White Nights 12er-Kasten mit ganzen Näpfchen und der Schmincke Akademie Metallkasten mit 12 halben Näpfchen sind die zwei bewährten Startsets. Wer regelmässig malt oder unterwegs skizziert, greift zum Schmincke Horadam Metallkasten mit Künstlerfarben. Profis stellen sich ihre Palette aus Horadam-Tuben selbst zusammen, und für alle gilt: Gutes Aquarellpapier wie Hahnemühle Cornwall oder Torchon macht mehr Unterschied als jede Farbe.
- 12
- Farben reichen für den Anfang
- ab CHF 7.30
- pro Horadam-Tube bei Racher
- 94
- Horadam-Varianten in 5 und 15 ml
- 450 g/m²
- Hahnemühle Cornwall, wellt kaum
Studienfarbe oder Künstlerfarbe: woran Sie den Unterschied sehen
Aquarellfarbe besteht aus Pigment und Gummiarabikum als Bindemittel. Der Unterschied zwischen günstig und teuer liegt fast immer im Pigment: wie viel davon in der Farbe steckt und wie rein es ist. Viel Pigment heisst leuchtende Farben, die auch stark verdünnt noch Kraft haben, und saubere Mischungen, die nicht ins Graue kippen.
Die White Nights Farben aus St. Petersburg und die Schmincke Akademie Aquarellfarben sind ehrliche Einstiegsfarben mit guter Brillanz. Schmincke Horadam ist die Künstlerqualität: viele Ein-Pigment-Farben, hochwertige Pigmente wie Perylene, Chinacridone und transparente Eisenoxide sowie granulierende Töne, die beim Trocknen feine Strukturen bilden.
Unsere Erfahrung am Ladentisch: Wer mit sehr billigen Farben beginnt, glaubt oft, er könne nicht malen. Dabei liegt es an Farben, die stumpf auftrocknen. Ein solider Kasten mit 12 Farben ist die bessere Investition als ein Kasten mit 48 schwachen Tönen.
Tuben oder Näpfchen?
Näpfchen sind eingetrocknete Farbe, die Sie mit dem nassen Pinsel anlösen. Sie sind sofort bereit, sparsam und ideal für unterwegs, für Skizzenbücher und kleine Formate. Ganze Näpfchen wie beim White Nights Kasten lassen sich auch mit grösseren Pinseln bequem aufnehmen, halbe Näpfchen sparen Platz im Reisekasten.
Tuben enthalten feuchte, cremige Farbe. Damit mischen Sie grosse Mengen schnell an, etwa für Himmel und Lavierungen auf grossen Bögen. Viele Malerinnen und Maler füllen Horadam-Tuben auch in leere Näpfchen oder auf eine Porzellanpalette, lassen die Farbe antrocknen und haben so ihre ganz eigene Palette.
Faustregel: Starten Sie mit einem Näpfchenkasten. Wenn Sie merken, dass Sie bestimmte Farben ständig aufbrauchen oder grösser malen wollen, ergänzen Sie diese Töne als Tube.
Warum das Papier wichtiger ist als die Farbe
Aquarell lebt vom Wasser, und das Papier entscheidet, was das Wasser macht. Dünnes Kopier- oder Zeichenpapier wellt sich sofort, die Farbe bleibt in Pfützen stehen und trocknet mit harten Rändern. Echter Aquarellkarton nimmt das Wasser gleichmässig auf, bleibt flach und lässt die Farben ineinanderlaufen.
Der Hahnemühle Cornwall Block mit 450 g/m² ist so stabil, dass er auch bei starkem Anfeuchten flach liegt, ideal für Nass-in-Nass-Technik. Der Torchon Block mit 275 g/m² hat eine markant grobe Struktur, rundum verleimt, für lebendige Verläufe und Landschaften. Für unterwegs gibt es das Hahnemühle Watercolour Book mit 200 g/m² in mehreren Formaten.
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Einsteiger bis Profi
Vier Aquarellfarben im Vergleich
Bewertet aus Sicht des Fachgeschäfts, 5 = am meisten.
White Nights 12CHF 36.30Allrounder
Schmincke AkademieCHF 41.–Fortgeschritten
Horadam MetallkastenCHF 94.40Profi
Horadam Tubenab CHF 7.30Unser Fazit: Für den Anfang ist der White Nights 12er-Kasten kaum zu schlagen, der Schmincke Akademie Kasten ist die kompaktere Alternative für unterwegs. Wer dranbleibt, steigt auf den Horadam Metallkasten um und ergänzt Lieblingsfarben als Horadam-Tube.
Anleitung
Nass-in-Nass malen: Schritt für Schritt
Die Technik aus dem Video: Farben, die auf feuchtem Papier ineinander blühen. Sie gelingt schon beim ersten Versuch.
- 01Papier fixieren
Arbeiten Sie auf einem rundum verleimten Block oder kleben Sie den Bogen mit Klebeband auf ein Brett. So bleibt das Papier beim Trocknen flach.
- 02Farben anlösen
Einen Tropfen Wasser auf jedes Näpfchen geben, das Sie brauchen, und kurz einwirken lassen. Bei Tuben eine erbsengrosse Menge auf die Palette drücken.
- 03Fläche anfeuchten
Mit einem grossen, sauberen Pinsel klares Wasser gleichmässig auftragen. Das Papier soll matt glänzen, nicht in Pfützen stehen.
- 04Farbe eintropfen
Ultramarin mit der Pinselspitze in die feuchte Fläche setzen, daneben Rosa. Nicht verstreichen, die Farben laufen von selbst ineinander.
- 05Blühen lassen
Das Blatt leicht kippen, damit die Farben wandern. Jetzt nicht mehr hineinmalen, sonst entstehen ungewollte Wasserränder.
- 06Trocknen und Details setzen
Vollständig trocknen lassen, bis das Papier sich nicht mehr kühl anfühlt. Erst dann Konturen und Details trocken darüber malen.
Tipp aus dem LadenWeniger ist mehr: Lassen Sie weisse Stellen bewusst frei. Im Aquarell ist das Papier das einzige Weiss, und ausgesparte Lichter wirken immer frischer als nachträglich aufgetragene.
Inspiration
Ideen zum Nachmachen
Drei Motive, die mit einem kleinen Kasten gelingen.
Blumen Nass-in-Nass
Blütenköpfe als lose Farbtupfer in feuchtes Papier setzen, nach dem Trocknen Stiele und Blätter mit der Pinselspitze ergänzen. Verzeiht viel und sieht immer lebendig aus.
Skizzenbuch auf Reisen
Pro Tag eine Seite: Bleistiftskizze vor Ort, dann mit wenigen Farben lavieren. Das Watercolour Book erlaubt sogar Panorama-Doppelseiten.
Berglandschaft im Abendlicht
Himmel als Verlauf von Gelb zu Violett, nach dem Trocknen die Bergketten in drei Schichten von hell nach dunkel. Auf Torchon-Papier bekommen die Felsen von selbst Struktur.
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Welche Aquarellfarben sind gut für Anfänger?
Ein Kasten mit 12 gut pigmentierten Farben. Bei Racher empfehlen wir den White Nights 12er-Kasten mit ganzen Näpfchen oder den Schmincke Akademie Kompaktkasten mit 12 halben Näpfchen. Beide mischen sauber und trocknen nicht stumpf auf.
Lohnen sich Schmincke Horadam Aquarellfarben?
Ja, sobald Sie regelmässig malen. Horadam ist eine Künstlerfarbe mit vielen Ein-Pigment-Tönen und hochwertigen Pigmenten. Die Farben bleiben auch stark verdünnt leuchtend und lassen sich klarer mischen. Einzelne Tuben gibt es bei Racher ab CHF 7.30.
Tuben oder Näpfchen, was ist besser?
Näpfchen sind praktischer, sparsamer und ideal für unterwegs und kleine Formate. Tuben sind besser für grosse Flächen und um eine eigene Palette zu befüllen. Viele beginnen mit einem Näpfchenkasten und ergänzen später die meistgebrauchten Farben als Tube.
Welches Aquarellpapier brauche ich?
Echten Aquarellkarton, mindestens 200 g/m², für nasse Techniken besser 300 g/m² und mehr. Der Hahnemühle Cornwall Block mit 450 g/m² liegt auch bei viel Wasser flach, der Torchon Block mit 275 g/m² hat eine grobe Struktur für Landschaften.
Wie viele Farben brauche ich zum Aquarellmalen?
Für den Anfang 8 bis 12. Mit je einem warmen und kalten Gelb, Rot und Blau plus Ocker und einem Braun lässt sich fast alles mischen. Mehr Farben machen das Malen nicht leichter, sondern die Mischungen oft trüber.
Warum bekommen meine Aquarelle harte Ränder?
Meist malen Sie in eine Fläche, die schon halb getrocknet ist. Arbeiten Sie entweder ganz nass oder warten Sie, bis das Papier vollständig trocken ist. Ein schweres Papier wie Cornwall bleibt länger gleichmässig feucht und erleichtert das.
Wie reinige ich meinen Aquarellkasten?
Gar nicht aufwendig: Näpfchen mit einem feuchten Pinsel sauber tupfen, die Mischfläche mit einem Tuch auswischen und den Kasten offen trocknen lassen, bevor Sie ihn schliessen. So bleibt nichts schimmelig oder verklebt.
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